Hollwege - Geschichte eines Eschdorfes im Ammerland

Testamente, Eheverträge und andere Verträge Hollweger Bauern 1550-1753

Von etwa 1631 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts liegen mehrere Testamente, Ehekontrakte und andere Verträge Hollweger Einwohner im Westersteder Pfarrarchiv vor. Das heißt in jener Zeit schlossen die Hollweger ihr Testament beim Pfarrer ab, der das Testament dann auch gleich schrieb. Ähnlich lief es bei Eheverträgen, wo der Pastor zugleich das Ehegelübde abnahm. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden betreffende Dokumente dann meist beim Amtsgericht aufgesetzt.

Testamente dienten dem Zweck, einem überlebenden Ehepartner das weitere Leben zu ermöglichen (mit Geld, Hausplatz und Gartenanteil, es sei denn, es geschah eine Wiederheirat), einen Grunderben zu bestimmen (d.h. die Hofstelle zu erhalten) und weitere Kinder vom Hof abzufinden (durch Geld, neu zugekauftes Land oder Hofstelle). Eheverträge trafen Regelungen über die Art der Zahlung oder Lieferung eines Brautwagens (vom Einheiratenden) und für den Todesfall des Partners (Rückzahlung des Brautwagens oder Lebensunterhaltsicherung).

Aus den vorliegenden Urkunden lassen sich so Informationen über die Besitzstände von Höfen, damaligen Gebräuchen und Einblicke in einzelne Familiengeschichten gewinnen. Die Eheverträge (Ehestiftungen) und Testamente sind im Westersteder Pfarrarchiv in zwei Bänden von 1630-48 und 1691-1808 vorhanden. Allerdings gab es zwischen 1648 und 91 und weit vor 1630 solche Urkunden, wie sie stellenweise in Privatbesitz erhalten sind. Zwischen 1630 und 48 wurden, wie sich herausfinden läßt, mehr Testamente und Eheverträge abgeschlossen als im Band von 1691-1808. So liegen von diesen 18 Jahren insgesamt 41 Hollweger Dokumente vor, davon etwa 4 für Felde und 2 für Moorburg. Diese lassen sich wiederum in 25 Eheverträge, 16 Testamente und andere Urkunden einteilen. Insgesamt behandeln die Eheverträge 14 Ehen innerhalb des Dorfes, 9 nach Nachbardörfern und 2 nach weit außerhalb, wobei natürlich ein Ehevertrag innerhalb des Dorfes seltener aufgesetzt wurde. Darüberhinaus liegen noch 8 weitere Urkunden von auswärtigen Dörfern vor, die sich nur in Einzelheiten mit der Bauerschaft Hollwege beschäftigen. Insgesamt hängen etwa 23 % der 178 Westersteder Kirchurkunden von 1630-48 direkt mit Hollweger Vertragspersonen zusammen.

Die Testamente und Eheverträge stellen die ältesten Dokumente dar, welche die Einwohner selbst (mit)ausstellten. Vorherige Erwähnungen geschahen fast immer von außerhalb.

Zum Brautschatz gehörte nach Landesrecht auch eine Brauttruhe oder einfach Kiste. Hier die Brauttruhe für Hinrich Blanken zu Hollwege, der 1722 Wübke Restehusen heiratete und mit ihr einen neuen Hof gründete.

Nachrichten aus Eheverträgen, Testamenten und anderen Verträgen

1550 setzte der Bauer Johann Raschen in Halstrup sein Testament auf. Als Zeugen erschienen u.a. Gert Hobbie und Hanneken Brunke von Holwege. Vor dem Testament war der Sohn Joh. Raschens von der Obrigkeit gefangen gehalten und der Vater hatte ihn freikaufen müssen. Solange wurde der Hof beschlagnahmt. Zeuge dieser Beschlagnahmung war abermals u.a. ein Hollweger Bauer. Um das Lösegeld aufzubringen, war Raschen in arge Schulden geraten. Selbst bis nach Aurich und Norden waren Gläubiger verzeichnet, auch Hollweger wie aus der Erbschuldenaufstellung von 1629 folgt.

1616 war Frerich Olken (Oeltjen) zu Hollwege Werner Jacobs zu Leer für Roggen lange 9 Rt. schuldig geblieben, hat diese aber nicht bezahlt. Damit dies geschah, verpflichtete das Amt Fredrich Susens dazu, Jacobs 9 Rt. zu geben. Dafür konnte er eine Wisch auf der Schnap von Olken solange nutzen, bis davon die Summe abgetragen wäre, woran Olken ihn nicht hindern durfte:

Wyr Bado Von Ohmen Drost Und Jobst Lorch Ampttschreiber Zu Apen, Bekennen hiemitt Demnach Frerich Olken Zur Holwege Wernern Jacobs Zu Lerr Vor Roggen bekanttliche schultt schuldig worden, Neun Reichsthr. welche Er aber Von Vielfaltig Versprechen Und Zusagen nicht beZahlett, Also daß Er Warner Jacobs Vielmahlen Unkosten darumb gethan Entlich aber und damitt gleich wohl der pilligkeit nach ein mahl BeZahlung geschehe so haben wyr Amptshalben bewilligtt daß Er Frerich Olken, - Fredrichen Susens versahgtt hatt ein plack Wisch den Wurtt auff der Schnap dergestaltt Und also daß Er Fredrich Susens angeregtte Neun Reichsthr. genantten Werner Jacobs erlagtt Und Vergnugett hatt, Hergegen nuhe gemelte Wisch so lang Nutzen und brauchen soll biß er dieselben, Neun Reichsthr. wider, bekomptt, ohne Verhindertt Frederich Ollken seine Erben, Und sonsten ein Jeglichs In alleWege, Und ist dessen Zur Uhrkund dieser schein hieuber Verfertigtt Von mir dem Drosten verfugehtt, Und Von mir den Ampttschreiber geschrieben Und Unterschrieben am 17 July 1616

1625 gibt Frerich Susens zu, in verschiedenen finanziellen Nöten von Johan Dirich(s) zu Moorburg nach und nach zusammen 24 Rt., 1 Paar junge Ochsen, 2 Pferde zusammen 40 Rt. wert geliehen zu haben, auch weil ihm fünf Jahre zuvor 5 Pferde und vor einem Jahr 18 Hornte beester auf einmal starben. Für dieses Geld sollte J. Dierichs solange eine Wisch bei dem Damm von Susens nutzen, bis die 40 Rt. abgetragen sind.

Den 4 Decembr. 1625 Frederich Susens Von Holwege zu Erkennen geben Waß massen, Er Vor Jahr zu dem eingewilligten Andern schatz In seinen Nöeten entlehen mussen Von Johan Dirich[s] Zu Morborch - 10 Rthr - Noch Zur BeZahlung seines schatzes so Er In 1625 Uff Michaelis Ihr... schuldig gewesen Von gl Johan Dirichs entlihen - 7 Rthr - Noch 7- andere Reichsthr Zu behuff eines pferdes, dabey ein Par Junge Ochsen daneben Vor den pflubg Zu spanne damitt Er Ihr... Erb Zu Holweg gelegen widerumb In... ... Ehre bringen konne Im massen Ihm Vorm Jahr -18 Hornte beester- Uhrkunt seiner Nachbarn Auch Vor funff Jahren Ihm funff pferde Uff einmahl abgestorben Deren swo In retardat gekommen belewfft Zu samen 40 Rthr, DaVor Er Ihn Johan Dirich soll ein thun ein plak Wisches bey dem Damp gelegen de wische so lang Vor diese 40 Reichsthr so lang biß zur ablaßen Zur gebrauchen, Jedoch soll Ihm Fredrich Susens frey stehen diese obg Summe alle Jahr mitt funff Zehen wenig oder mehr Thr biß Zur Volligen beZahlung abZulosen, auch nah advonat der erlegtten pfaningen an der wischen wider Zur gutt haben und geniessen.

Am 1. Nov. 1625 beschlossen Gerd Bruggemann und Gert Schwengels eine Hofübertragung zwischen sich. Bruggemann war mit Hille Ploys verheiratet, die ohne Leibeserben starb. Nach Ammerländer Landrecht fiel die Köterei Ploys infolgedessen an Gert Schwengels, der mit der Schwester von Hille Ploys verheiratet war, und dessen Kinder. Der Vertrag regelte die Übergabe sowie Umsetzung des Testaments der Hille Ploys. Bruggemann sollte demnach 80 Rt., das graue Pferd, 1 Kuh, 2 junge Stiere, alle 1625 geernteten Früchte und dazu 3 Schweine erhalten. Ferner sollte er diesen Winter über im Ploysschen Hause bleiben, alle Tiere versorgen und das Ackerland bestellen, wobei ihm Schwengels Beistand leisten sollte mit Pferden und Korn. Jenen Winter wollte Schwengels auch den Hofdienst entrichten und dafür Bruggemann die kirchlichen Abgaben.

Der älteste vorhandene Hollweger Ehevertrag stammt vom 9.1.1631 und soll hier einmal als Beispiel abgedruckt werden:

Anno 1631 am 9. Januarii haben sich Didtrich Kroßen undt Anne Diricks zu Holwege sich ehliche Zusage unterander midt handt, mundt undt gegebener trewpfennungen geleistet, anlobendt, dieselbe furderlichst zu consumiren midt offentlicher copulation.

Didtrich nimbt dieselbe, seine Braudt, zu sich in sein Hus undt gudt undt demnach de Koeterye midt großen Schulden besweret ist, geben der Bruder Johan Kroßen undt die Swagers Didtrich Teilen undt Johan Alken in ehlicher Vormundtschafft undt midt beliebung ihrer beiten Frowen ihren anspruch undt braudtschatz von der Koterie gentzlich erb undt ewich nach. Imgleichen gibt auch Almuth Albers, Didtrichs Frowe, ihren Braudtschatz nach undt bewilligt auch Didtrich Albers, das die Jungen Leute de wisch frey undt frank mogen wider zu sich nhemen, wie er dan ihnen schenket 30 bundt flaßes, welche ihm der breutigam schuldich ist. Hergegen geloben der braudtt Moeder Gebbcke undt ihr einige tochter, itzige braudt Anne, das sie wollen in Kroßen Koeterye midt inbringen alle ihr Haab undt gueter, welche ihnen Godt verliehnt, nichts davon ausgesloßen undt sol undt wil Didtrich de Moeder Gebbkcke ehrlich unterhalten zeit ihres lebens, nicht anders, als wans seine leibliche Mutter wehr.

Wurde Didtrich ohne hinterpleibende leibes Kinder fur Annen todts verfharen, mag Anne zeit ihres lebendts wo sie wil darin unbefreiet wohnen pleiben, wurde sie aber wider aus dem hause sich befreien oder abziehen, sol widerumb sie daraus nhemen alles, was sie beweislich darin gebracht undt welche de nahesten zu der Koeterye sein wollen, sollen ihr 30 Rthlr daruber geben. Wurde aber Anna fur Didtrich nach ihrer Mutter todt irgendt absterben ohne hinterpleibende Kinder, auf den fal sol ihr Ehemann alles das ihrige erblich behalten, doch wil se macht furbehalten, ihre nehesten freunde nach ihrem willen warmidt zu begifften oder nicht, darnach als ihr von einem undt andern begegnet wirdt.

Disen Verdrach haben als Unterhandler undt Gezeuge beigewohnet wegen des Breutigams sein bruder Johan Kroßen undt seine beite Swagers Didtrich Teilen, Johan Alken undt Didtrich Albers der Junger, von der braudt wegen aber Didtrich Heidtkroßen, Johan Sparsidt undt Didtrich Kleßen. Scripsi Frid. Folt.

Am 13. Jan. 1631 verlobten sich Syvcke Meinen zu Halsbek und Gesche Hobby von Hollwege. Bruder Didtrich gab der Braut 35 Rt. 2 Kühe und 1 Pferd. Zeuge war u.a. ein Dydrich Zuysens.

1631 setzte Meinen Didtrich aus Halsbek sein Testament auf. Ihm waren unter anderen schuldig: Friderich Eggshüsens 24 Spezie Rt auf 2 Linackersende von 5 Verteil Roggen, Braunken Braunkens 10 Sp. Rt. auf 1 Linackers Ende 13 Bund Flachs, Melan 20 Sp. Rt. und hundert Flachs, Spasitten sechszehn Bund Flachs, Hobby 12 Bund Flachs, Ulken Wilke up der Snappe 1 Bund Flachs, Gerd Pfumfey 16 Bund Flachs. Andererseits schuldete er u.a. Dirik Heidtkroße 4 Rt.

Am 7. September 1632 wurde eine öffentliche Ehe zwischen Gerd Spasitt und Gesche Vahrs abgeschlossen. Johan Spasitt der ältere Bruder hat die Köterei für dies abgetreten laut eines zu Bockhorn von dem Küster beschriebenen Vertragsbriefes. Gesche erhielt als Brautschatz 18 Rt., 1 Kuh mit Biest, Schapp und Bett nach Vermögen. Würde Gerd ohne Erben sterben, sollte Gesche die Köterei ihr Leben lang zu ihrem Besten besitzen und behalten.

Von etwa 1631 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts liegen mehrere Testamente, Ehekontrakte und andere Verträge Hollweger Einwohner im Westersteder Pfarrarchiv vor. Das heißt in jener Zeit schlossen die Hollweger ihr Testament beim Pfarrer ab, der das Testament dann auch gleich schrieb. Ähnlich lief es bei Eheverträgen, wo der Pastor zugleich das Ehegelübde abnahm. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden betreffende Dokumente dann meist beim Amtsgericht aufgesetzt.

1633 am 10. Dez. bekannte Anne Pfumpfeies bei Krankheit und Empfang des Abendmahls, daß der Sohn Oltman ihr und ihrem seligen Ehemann Oltman 10 Rt. zur Erbauung des Hauses geliehen, die er in Henkens Haus in Halsbek verdient hatte. Hinzu kamen 2 Rt. für einen gekauften Kessel. Die Tochter Almet hatte zwei Achtteile Butter vorgestreckt dafür 8 Rt. sowie 2 weitere Rt. mit zur Hauses Bezahlung, die Fr. Vogts empfangen hatte und 3 Rt. für Flachs. Tochter Almet sollte zum Brautschatz bekommen 20 slichte Taler und 1 Kuh, wie alle anderen Kinder. Die jüngste Tochter Grete gab ihnen eine Kuh für 7 Rt. und 7 Bund Flachs. Daneben hatte Gerd ihnen 4 Rt. gegeben von dem Soltbroke den er nach Apen ausgab. Renke der jüngste Sohn hat die Mutter 7 Jahre notdürftig unterhalten, gab deswegen billig keine Heuer. Zeugen waren Didtrich Heidtkroß und Renke Küster.

1633 erhielt Gesche Kleßen zu ihrer Ehe mit Johan Blanken 100 Rt., 1 Paar Stiere, 2 Kühe, 1 Pferd und Brautwagen unsträflich. Im selben Jahr waren Johan Blancken schuldig: Ulken Syvcke wegen Wreesmans 27 Rt. 8 Gr., Oltke Kampie 16 Bund Flachs, 6 Rt. und eine Tonne Bier für 32 Schaaf, Frederick Zuysens 3 schlichte Taler, 2 Scheffel Weizen für 18 Schaaf, 9 Bund Flachs und 10 Rt. auf einem Lynacker, Braunke Braunken 9 Rt. auf einem halben Lenacker, Teilken zu Halsbek 30 Sp. Rt. und 6 Scheffel Roggen auf einem Lenacker.

1634 schlossen Braunke zu Bredehorn und Berend Foelken von Hollwege einen Vertrag. So entrichtete Braunke wegen geschehener Entjungferung und Beschwängerung Berendts Tochter Hille 20 Rt. und eine milchgebende Kuh, gleichgültig ob das Kind lebe oder sterbe. 10 Rt. davon sollten zu des Kindes Besten bei anderen Leuten bzw. von Braunke selbst auf Rente ausgetan werden. Wenn solches geschieht, sollen und wollen die beslaffene Person sowie ihre Eltern das Kind bei sich behalten, mit notdürftigem Essen und Trinken versorgen, überdies die leinene Kleidung dem Kind verschaffen, die wollenen aber und die Schuhe sollte der Bredehorner austun. Braunke indes hatte bereits acht Kinder, war Erbe des Meierhofes zu Bredehorn und heiratete ebenfalls 1634 zum zweiten Mal.

1634 erhielt Hille Kleeßen zu ihrem Brautschatz 50 Rt., 1 Pferd, 2 Ochsen, 2 Kühe, das Rheit was Kleßen aus dem Goel zukam zu seinen Teilen eines Jahres und ein Fach Holz zur neuen Scheune. Bei Todesfall des Bräutigams Ditrich Hobbie, sollte sie 1 Brinkacker nach Pypers brock dele, 1 Plack Wisch zu ihrer Sicherheit erhalten, dazu 1 Plack Hof genannt Hemmcken hoff und in denselben Hof sollte ihr aus Hobbys Haus ein leibgedinges Haus von 4 Fach gesetzt werden. Bei ihrem Tod sollte er 30 Rt. und zwei Kühe behalten.

1635 schlossen Joh. Festye und Hille Hobby eine Ehe. Meine Festye bewilligte dies zwar, wollte aber die Regierung für sich behalten und den jungen Leuten nicht übergeben. Wenn diese ihm und seiner Frau nicht zu Willen und Hand gehen würden, sollten die jungen Leute aus dem Haus weichen. Didtrich Hobby gab seiner Schwester 1 Stück Bauland auf dem Hof und den Woesten zu mähen und zu gebrauchen für jährlich 1 Bund Flachs und der Mithilfe einen Dach Torf zu fahren vom Apermohr. Hinzu 1 Schweinemastung wenn Hobby mehr mästen könnten als ihre eigenen. Hille sollte im Falle Johans Tode zum Anteil erhalten, was Meine Festye seiner Hausfrau Alsken zu bescheiden hatte, nämlich: 1 Plack im Kohlhofe hinter dem Haus zwischen Grüppe und Krautgarten, 1 Stück auf dem Kamp nach der Westerseite, 1 Stück in Ebbcken Hofe an der Innenseite des Pfades und eine freie Stätte im Haus oder ein kleines Beihaus.

1636 gab Gerdt Wymken seiner Schwester Grete und ihrem Ehemann Johan 45 Rt., 1 Paar Ochsen, 1 Kuh, 1 Pferd und 1 jung Biest. Sollte Johan sterben, würde sie alles erblich behalten, was ihm aus seines Vaters Hause zu Oldenburg zugesagt war. Ebenso wenn sie sterbe, sollte er alles erblich bekommen, wie auch 1 Kuh, 15½ Bund Flachs, 10 Rt. die Gerd noch seiner Schwester darüber hinaus schuldig war.

1637 erhielt Hille Wiemken zum Brautschatz 20 Rt., 1 Pferd, 1 Kuh, 1 Stück Land de Graßende genannt, Zeit der Braut Lebens, einen kleinen Plack Wischens im Nordtbroke von 1½ Fuder Heu und 1 Schweinemastung, wenn bei Wiemken 10 Schweine gemästet werden könnten. Hille hatte ihrem Bruder zur Erbes Notdurft und Besten 20 Sp. Rt. und 1 Kuh gegeben, die er wieder erstatten wollte. Als Zeugen u.a. Dirick Braunken auf der Snappe, wohnhaft in Hollwege.

1638 sagte Hille Melans, Renke Pfumfeys Ehefrau, daß ihnen Johan Pilen und dessen Frau 7 schlichte Taler und 1 Rt. und 5 Bundt Flachs schuldig gewesen, wie selbst Joh. Pilen (+um 1635) in seinem Testament (vor 1630) bekannt hatte, unter Beisein von Jurgen Kuster, Diricks Braunken und Dircks Festyes Meinen. 1638 erhielt Meine, jüngster Sohn des Meine Festie zu Hollwege 20 schlichte Taler, dazu seiner seligen Mutter Bett, Schapp und Kiste.

Noch im selben Jahr wurde eine Ehe zwischen Syvcke Blancken und Gebbcke Oltken geschlossen. Der Brautvater Oltke gelobte der Tochter 60 Rt., 1 Kuh und ein jung Beest zu geben, ihr Leben lang den Woste, den längsten Westerkamp und das buterste Stück auf dem Kampe. Dabei gelobte der Bräutigam dem Schwiegervater jährlich ein paar rade zu machen, wobei aber Oltke Holz zu schaffen will. Weil auch Oltke seinem Stiefsohn Carsten 20 Rt. entrichten mußte, gab Carsten jene an seine Schwester und wollte Oltke nach der Heirat von diesen 80 Rt. jährlich 5 Rt. bezahlen. Wenn Gott Mastung verleihen sollte, und Oltken 10 Schweine mästen könnten, sollte der Braut ihr Leben lang ein Schwein gemästet werden. An Brautwagen wollte Oltke Hoyken (Mantel), Rock und Bett austun, den Rest wollte Carsten besorgen. Zeugen waren Dirick Blanken, Joh. Kroßen, Tobe zur Morborch und Johan Hencken.

Im Westersteder Testaments- und Ehestiftungsband von 1630-48 ließ Anna Wytken von Zwischenahn am 22. April 1639 ihr Testament aufsetzen. Sie hatte mehrere Forderungen an Leute in Hallerstede (Halfstede), Keyhausen und andere. Erben sollten diese ihre Tochter Almet und dessen Ehemann nach ihrem Tode. Als Zeugen zeichneten Renke Küster (Westerstede), Tobe zur Mörborch und Frederick Kleßen zur Morborch.

1639 erhielt Hille Heidtkroße bei ihrer Heirat mit Joh. Siems 50 Rt., 2 Kühe und 1 Pferd. Im gleichem Jahr heiratete Johan Vahrs Hille Pa[d]eken von Mooriem, Tochter des Albert. Johan erhielt vom Vater 20 Rt. und eine 2jährige Kuh. Die Braut erhielt 20 Sp. Rt., 1 Kuh, 1 jung Biest und 16 Gänse.

1639 verabredeten Didtrich Bleßen und Hille Futes von Seggern im Beisein der Eltern und Vormünder eine Ehe. Die Braut war die älteste Tochter und rechtmäßige Erbin zu Futes Haus, sollte sich aber noch einig werden mit Johanns Kindern. Johann und Hille wollten ihr geben 60 Rt., 1 junges Pferd und einen Brautwagen. Sollten die jungen Leute Kinder zeugen, wären sie ungezweifelte Erben zu Bleßens Haus und Gut. Würde Didtrich vorher sterben, sollte sie Zeit ihres Lebens erhalten: 1 Bonacker von 3 Scheffel Roggensaat, 1 Stück im Hofe bei Suysens Hause von 3 Sch. Linsaedt. Die Woerde Wisch bei Suysens Hause für zwei Kühe Gras, 1 Stück im Kohlhofe neben der Sideltür, 1 Schweinemastung und freie Herberge im Haus. Als Zeugen u.a. Gerdt Tityen des Bräutigams nächster Verwandter und Vormund sowie der Stiefvater der Braut Johan Fuett.

1641 schloß Fridrich Eggeshüsens einen Ehevertrag mit Grete Titien unter Beisein von Meine Vahrs und Gerd Wiemken. Ein Jahr später vermachte Grete Hupens, Witwe des Siveke, der bereits ein Testament aufgesetzt hatte, der jüngsten Tochter Grete zum Brautschatz noch 8 Rt. Der Köterei sollten die älteste Tochter Almt und dessen Mann Alert (Hupens genannt) vorstehen.

Johan Kroßen waren 1642 schuldig: G. Wymken 31 Sp. Rt., 6 sl. Taler, Oltke 26 Rt. auf Lienacker, ferner 5 Rt., 5 sl. Taler, Fr. Süsens 22 Sp. Rt., Ulken 20 Rt., Langy 5 Rt. auf einer kleinen Neße, Brunken 5 Rt., Hobby 3½ Rt., Melan 6 Rt., 4 sl. Taler, Dirick Kroße 10 Rt., Fr. Festy 5½ Rt., Bickers Gerdt 12 Rt., 6 Bund Flachs, ½ Rt., Warns Gerd 1½ Rt. Was er wiederum der Brokmanschen Lubben und Glasmacher schuldig war, davon würde ihr Rechenbuch melden, womit er zufrieden war. Als Vormünder seiner Kinder ernannte er Ulken Wilke und Johan Ployßen.

Von 1643-44 liegen drei interessante Urkunden zur Hofstelle des Ötke Hagens vor:

Anno 1643 am 13. Januarii haben sich Hille Hagens, Wittwe, midt consent undt bewilligung Renke Restehusens, Johan Blancken undt Hinrich Hagens midt Dirick Wilken, Hagens alten gewesenen knechte undt deßelben Sohne, auch Didtrich geheißen, dises, des Sohnes lohnes halber, was zu Hagens hause bißher zu verdienet hat, also bestendich verdragen, daß ihme auß Hagens Koeterye sollen fur sein arbeidt endtrichtett werden eins fur den alle 24 Reichsthaler als fur 6 Jar lohn. Welches als beruffene Gezeuge haben angehortt Renke Kuster, Berendtt Foelken undt undt Gerdt Sparsitt undt Blancken Syvcken Syvcke.

Johan Blancken [ ]Hinrich Hagens Renke Restehusen[ ]marck

Abbildung: Urkunde von 1643, Entlohnung des Dirick Wilken, Knecht der Hille Hagens

Anno 1643 am 16. Februarii haben Hagens Ottken Widwe Hille undt Renke Restehusens Renke midt seiner frowen Talke mich, untenbemelten, ihren ordentlichen Prediger, laßen zu sich furdern undt von mir begehrt, das ich mochte uhrkundtlich auffzeichnen, daß sie furhabens undt entsloßen, das Renke Restehusens seine frowe undt de furbemelte Hagens Widwe, Restehusens Tochter Gebbcke midt Dirick Wilken, den alten gewesenen knechtes Diricks Sohne, Saligen Ottke Hagens Koeterye, dar Restehusens frowe als S. Ottke Hagens eltiste Suster, oldeste Tochter de rechte Erbinnen is, erblich sollen an sich nhemen undt behalten undt unser gnädiger Herr undt iederman gleich undt recht thun, auch de Wedewe nicht anders alse ihre eigene Moder halten undt versorgen.

Zu mehren sachen bevestigung seint darauff abgesandt Meine Vahrs undt Johan Ployß, Restehusens furbdachte Tochter Gebcke zu fragen, ob se darin bewilligte, das se furbesagten Didtrich zu echte nhemen wolte zu seiner Zeit, worauff se freiwillich Ja geandtwortett undt sich solches anbietens freuntlich bedankett. Derweil aber nach Ammerlandischem Rechte die Manspersonen den Dochtern werden furgezogen, ist bescheiden, das dise Junge beite Leute Restehusens Jungstem Sohne von Hagens Koeterye einen billichen braudtschatz geben sollen.

Das nun diß Restehusens Renken seine Ehefrowen Talke undt Hagens Hille bestendiger freier wille, darauf haben sie allesambt midt gutem nuchteren gemuthe alle drei mir, untenbemeltem Prediger, Meine Vahres, Berendt Foelken, Friderich Festie, Gerdt Spasit, Hagens Hinrich undt Johan Ployß de handt gegeben. Welche alle fur Gezeuge dazu seint beruffen undt ich, Frider. Foltenius, darumb erbieten habe, solches uhrkundtlich also midt eigener handt beschriben. Johan Blancken, welcher hirgegen eines undt anderes gegenredett undt iedermans Rechte unschedlich.

Anno 1644 den 23. Januarius hadt selige Ottke nachgelasene Wedwe by empfahung deß hochwerdigen Abendtmalß by gutem vorstande dise Anordnung gemacht an stadt undt krefft ihres lesten bestendigen Willens, daß der Im Jahr 1643 am 16. Februari auffgerichteder Vordrach undt Ihre darinne befestigter mennunge wegen Ehlicher zusamenfögunge Renke Restehusens undt Talcke, sin ehefrouwen, Dochter Gebbcke undt Ihres getreuwen knechtes Dirck Willcken unwiderruflich so veele an ihr sol gehalten werden, bittett auch untertenich undt rueffett an negst Godt daruber de landeß obrickeit, desulbe solhe ihre Anordnung wollgefallen laßen undt se by handt heven undt schützen.

De weile Aber enes undt Anders von Itzlichen Lüeten darzegen geredet worden, alß ist nochmalß huet dato Renke Restehuses nebens seiner hußfrouwen Talcke, nach Hagens Hauß gefoddert undt gefragett worden, ob se solchen Vordrach nach zu leben gemenett oder nicht. Worauff Renke en ehlicher Vormundtschafft seiner ehfrouwen undt Kinder klarlich Ja geandtwortett, Jedoch mit dem anhange, wofern de elteste Dochter nicht wolte nachgeben, Dirick deselbe Ehelichen möeste. Worauff der vorgemelte Dirick geandtwortet, er wolte seiner Dochter kener vorachten undt verschmaden. Waß de Sohnes betreffen, dath soll undt will mitt denselben ihrer ansproche halber Dirick sich freundtlich undt woll vorgleichen undt de wieder zu vorsicht deselbe de possession [Besitz] der Hagens Koeterey nicht quitiren wollen, moechten se Ihme daß seine von der Koetereye undt alle Unkosten erstatten. Auch der Schwester glich vom Erbe wieder fahren laßen.

Eß nehme aber de sache ein außschlag wie se wolle, hadt Hille Hagens huete dato besloßen, daß ihr knecht Dirck nebenß seiner Moeder undt Dochtern sollen zeidt Ihres, Hillen Lebens, by Ihr in ere Hause vorbleiben, ock der Koetereye zu allen besten schalten undt walten wie bißher geschehen undt Ihr nodtrofftige, ehren geborliche hulff undt gerach thuen zu aller vorsichert. Aber bekentt undt bezeugett de Wedwe Hille, daß de beiden Perde Dirckes egen sein, mitt seinem egen Gelde gekofft. Item 2 Koye, 2 Steren, 3 Kalver, darzu hadt Ihn selige Ottke ock eine Kueh bescheden, de sollen se ock zu sich nehmen. Undt wo ihre Vorhaben midt der vorgedachten Ehe nicht worde vor sich gehen, sollen se de andern beiden Koye nach ihre Todte auch darzu haben. Den bruwketel hadt Hille nodthalber in der Rueter inquartirung vorkope mußen. De Swine, vorhanden, sindt ock seine.

Von sin undt seines Vaders Lohn is schrifflich bewiß vorhanden biß auff 1633. Daß ubrige steidt zu seiner Zeidt, waß der Moeder Grete gebohrn mochte wegen ihrer Arbeidt, eingefügt: van Zeit seligen Ottke Hagen absterben, steidt zu rechte aus gueder Leute erkanntenuße. Wurde Dirck fon dato etwaß sonderlicheß an dem huese uht sinen Buedel erbouwen, davon mach er Richtich Register holden undt so er daß hueß ruehmen soll, soll Ihme solches erstatett werden.

Diße, Hille Anordnunge undt bekantenuße, haben Alß darzu geroffene Glaubwerdige gezeuge der Eherntveste undt manhaffte Johan Maxwell, wollbestalter Vogdt zu Westerstede, wie auch die Ehrbar undt frome Menner Meyne Faers, Braunke Faers, Renke Resthusens, Frerck Festies, Gerdt Spasitte, Johan Ploys, Johan Blancken, Jederman sein Recht unschedlich. [Diese Urkunde wurde vom Westersteder Küster und Schulmeister Renke Brunken verfaßt.]

1644 heiratete Anna Siemens Meine Zysens. Sie erhielt zu ihrem Brautschatz 100 Rt und 1 Pferd. 1645 vermachte Brunke Kleßen seiner Frau zum Erbteil ein Landstück Crutzworde geheißen, für eine Kuh Heu und Gras, ein Stück im Kohlhoffe zwischen dem Pfad und der Grüppe, dazu alle Jahr 2 molt Hopfen.

Am 11. Januar 1645 wurde zwischen Johan Abels, Moorburg und Gesche Bleßen eine Ehe aufgesetzt. Der Braut wurden vom väterlichen Erbe zugesagt: ein Landstück Poller geheißen, zudem die Immenwisch bis an den Halbweg der Dreschen Zeit ihres Lebens, darüber hinaus 20 Rt., 1 Pferd, 1 Paar Stiere, 1 Kuh, Mantel, Rock und unsträflichen Brautwagen. Würde Johan sterben, sollte Gesche zur Abfindung erhalten: ½ Tonne Roggensaat, freie Herberge im Haus und ein Ort im Kohlhoffe von ½ Scheffelsaat.

1646 den 4 März, verkündete Talke Helmericks, daß ihr Ehemann Didtrich nach ihrem Tod die Köterei Zeit seines Lebens bewohnen und alle ihre Armut bei groß und klein erblich behalten soll. Damit war der gegenwärtige Didtrich Bleßen zufrieden. Wem nach Talken und Diedtrichs Tode die Köterey erblich zufallen würde, stehe zu rechten erkentniße.

1656 schuldete Brunke Brunken der Westersteder Kirche für die Armen 22 Rt. Kapital und über 20 Rt. Zinsen. Daraufhin mußte er ein Stück Ackerland, Hahnacker genannt, mit dem dort stehenden Roggen abtreten und sollte dieser solange genutzt werden, bis die Armen abbezahlt waren.

1710 wurde eine Schuldverschreibung (Obligation) des Dirck Hobby beim Landgericht Neuenburg eingetragen, mit folgendem Wortlaut: Obligation Von Dirck Hobby Zu Holwege Von 10 Rt. Ich Diederich Hobby Zu Holwege bekenne daß ich habe Von Eilerdt Meyer Kirchschwar gelendt Kirchen gelt alß 10 Rt welches ich wil vor renten Undt setze ich zum Unter pandt einen brenck acker welcheß nach wimken brock nach tahl gehet Von 2 scheffel saht so geschehen den 28 septembriß Anno 1673 welcheß Von otteke bruneken Zu Halsterup ist auß getahn. Dit beken ick Dirck Hobbi [Hausmarke] Ingrossiret Neuenburg d. 6 ten Octoberis 1710/. AW Richardy.

Im Jahre 1693 ließ Gesche Witje zur Mohrborg ihr Testament aufsetzen. Ihr Mann Dierk Witje hatte sich ihr gegenüber schlecht betragen und war nach Ostfriesland gegangen. Bei ihrer Heirat wollte der Bruder Johann Peters von Halstrup nichts vom väterlichen Erbe geben, worüber sich Gesche beim Pfarrer schon mehrmals beklagt hatte. Den Besitz sollte der älteste Sohn erben, die Brauttruhe (Kiste) die sie von ihrer Mutter erhalten hatte, sollte nach ammerländischen Gebrauch wieder dementsprechend abfolgen, auch wenn in dieser Generation keine Tochter war. Als Zeugen traten Joh. Meinen, Hille Tragemann, Grete Abels und Hille Mohrborg auf.

Am 2. Jan. 1695 setzte Dierk Blanken sein Testament auf. Ihm ging es vor allen um das Wohlergehen der Frau, die Kinder sollten in Güte und Erkenntnis schon richtig mit dem ältesten Sohne handeln. Seine Frau sollte lebenslang im Haus bleiben und erhielt 1 Stück im Kohlgarten hinter Hagens Haus, zwei Stücke auf dem Kamp, das 10. und 11. von dem Hagen mit der Hälfte der sogenannten Fladderwische. Desweiteren hatten sie Kapitalien belegt und zwar 15 Rt. auf einem Acker bei Oeltjen, 14 Rt. 8 Gr. aufm Krummacker bei Joh. Brunken, sowie bei Renke Restehusen 24 Rt. aufm Westerkamp und 10 Rt. auf der Westercamps-Jahrte von deren Abnützung sie Anteil haben sollte.

1714 setzte der Hausmann Gerd Langy (*1661) seinen letzten Willen auf. Er beschrieb, wie er sein väterliches Erbe (Vater Gerd Langy +1666) mit 459 Rt. Schulden empfangen hatte, die er und seine Frau mit sauren Sweiss völlig abgetragen und bezahlt hatten, daneben das Erbe um einige Ländereien vergrößert hatten. Demzufolge meinte er, steht es ihm wohl zu, über seine größtenteils selbst erworbenen Güter selber zu bestimmen. So enterbte er seinen ältesten Sohn Gerd, weil dieser mit einer Dirne zusammenlebte, sie sich böse aufführten und noch größeren Schaden verursächten, wenn sie heirateten und in den mühsam erworbenen Gütern zu sitzen kommen. Dagegen setzte er den jüngeren Bruder als Erben ein und fand die übrigen Kinder mit je 100 Rt. nebst Brautwagen ab.

Der enterbte Gerd Langy gab sich aber nicht mit der Entscheidung seines Vaters zufrieden. Es entstand ein langwieriger Prozeß. 1741 bestätigte dann das Neuenburger Landgericht den eröffneten Bescheid des Testaments von 1735. Sogar die Juristenfakultät in Leipzig hat sich mit dieser Angelegenheit befaßt, jedoch 1743 das Urteil für richtig erklärt. 1744 wurde den Nachfahren des Gerd Langy jr. aufgegeben, innerhalb drei Wochen zu beweisen, nicht erhalten zu haben, was ihnen laut der Brautschatzverordnung zusteht. Doch die Einsprüche blieben ergebnislos und der Hof ging an den jüngeren Bruder Johann Langy.

Frerck Siemens ließ 1743 sein Testament aufsetzen. Dabei vermachte er seiner Frau den Nießbrauch der Güter, setzte nach deren Tod nach hiesiger ammerländischer Gewohnheit seines ungehorsamen Sohnes ältesten Sohne zum Erbfolger ein und vermachte diesem die Dagerahts Köterei und die Hälfte des Möhlmannschen Erbes zu Lindern. Außerdem ernannte er Vormünder für seine Kinder, die jenen vorstehen, diese christlich erziehen und einen Beruf lernen lassen sollten. Dem Sohn, der der Zänkerei, Schlägerei, Völlerei und anderen Lastern ergeben war und das väterliche Erbe schon ruiniert hatte, gab er unter harten Auflagen den Nießbrauch. 1753 schließlich enterbte er den Sohn fast und überließ ihm 3 Stücke Bauland, ein Paar Ochsen sowie etwas Geld. Der älteste Enkel sollte die Dageraths Köterei behalten. Die einzige Tochter, inzwischen mit Joh. Heidkroß verheiratet, sollte die restlichen Güter erben, als Vormund für die Kinder stehen und vollberechtigt bei allen Streitfällen sein.